Kulturpass

 

" Cultur'all " und der Kulturpass

Die Vereinigung « Cultur’all » und der Kulturpass

Mittels Konvention ist der Piusverband unlängst dem sogenannten Kulturpass beigetreten, eine überaus bedeutsame Neuerung im Interesse zahlreicher Mitbürger. Nachstehend werden die Trägervereinigung « Cultur’all » und der Kulturpass selbst vorgestellt.

Der Kulturpass wurde von der Vereinigung « Cultur’all » ins Leben gerufen und mit der Hilfe von Staat und Gemeinden zu einem konkreten Projekt auf nationaler Ebene ausgearbeitet.

Die Vereinigung „Cultur’all“

Artikel 21 der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte besagt : « Jeder hat das Recht, frei am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.»

2008 haben mehrere Personen, die sich in sozialen und kulturellen Organisationen aktiv engagieren - unter anderem motiviert und inspiriert durch diesen Artikel -, den Verein ohne Gewinnzweck « Cultur’all » gegründet, um unabhängig und effektiv das allgemeine Grundrecht aller auf freie Teilnahme am kulturellen Leben zu verteidigen.

Die Zielsetzung des Vereins laut Statuten lässt sich wie folgt zusammenfassen :Sensibilisierung der Gesellschaft sowie der politisch Verantwortlichen im Sinne des Inhaltes von Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.Die Mitglieder des Vereins sehen sich vor der Herausforderung, die Gesellschaft dazu einzuladen und aufzufordern, der sozialen Bedeutung von Kunst gewahr zu werden und anzuerkennen, dass Kunst und Kultur mögliche Antworten auf soziale Schwierigkeiten und Notleiden sind und kulturelle Einrichtungen zu Orten der interkulturellen und inter-sozialen Begegnung zu machen.

Den Überlegungen von „Cultur’all“ liegt die Bewusstwerdung zugrunde, dass Kultur ein Recht und ein Gut darstellt, das man im wahrsten Sinne des Wortes miteinander teilt.Die Förderung des freien Zugangs zu jeder Form von Kultur für die Personen, die von dieser ausgeschlossen oder weit entfernt sind, insbesondere für diejenigen, die in sozialen oder wirtschaftlichen Schwierigkeiten leben.Um inter-soziale und inter-kulturelle Plattformen schaffen zu können, bedarf es zuerst des freien Zugangs zur Kultur. Außerdem sind die Personen, die nicht ausdrücklich und von offizieller Seite zu kulturellen Ereignissen eingeladen werden, zahlreicher als man meinen möchte. Die Schaffung eines « Kulturpasses » ist also nur eine erste Etappe im Prozess der « Demokratisierung der Kultur ».

Der Begriff « Demokratisierung der Kultur » ist in der französischen Politik seit André Malraux zu einem festen Konzept geworden. Dieser Gedanke ist mittlerweile durch ganz Europa gewandert und hat Früchte getragen : die Arbeit von ATD Quart Monde in Frankreich und außerhalb, die Aktivitäten des Vereins « article27 » in Belgien oder auch von « Hunger auf Kunst und Kulturpass » in Österreich sind konkrete Beispiele dafür. In Luxemburg findet sich das Wort « Kulturpass » seit gut zehn Jahren in mehreren Aktivitätsberichten des Kulturministeriums wieder. Die Idee an sich wurde von den Politikern immer wieder bestätigt. Die offizielle Anwendung zog sich jedoch lange hin, behindert wurde die Durchführung hauptsächlich durch einen fehlenden Dialog zwischen den Bereichen Kultur und Soziales. Aus diesen Gründen haben die Mitglieder von „Cultur’all“ die Initiative ergriffen und die Rolle des Vermittlers zwischen den beiden übernommen. Unterstützt vom Kulturministerium und vom Familienministerium, hat sich der Zug seitdem in Bewegung gesetzt, die ersten Pässe wurden Anfang März 2010 an ihre Empfänger versandt.Ermutigung zur aktiven Beteiligung aller – besonders der am stärksten Benachteiligten und Ausgeschlossenen – am kulturellen Leben, nicht nur als Konsument, sondern auch als Akteur.Es ist daher offensichtlich, dass allein die Existenz eines « Kulturpasses » nicht ausreicht, alle Türen zu öffnen. Allein durch die Tatsache, Inhaber eines solchen Passes zu sein, entdeckt man nicht von heute auf morgen die Vorzüge der Kultur.

Ein regelrechter Prozess der Mediation und der Vermittlung ist in Gang gesetzt worden, eine Arbeit, die hauptsächlich durch die Intervention der Sozialpartner von „Cultur’all“ zustande kommt. Zehn Organisationen aus dem sozialen Bereich haben mit der Vereinigung „Cultur’all“ eine Konvention unterschrieben, um den Kulturpass zu fördern, die zukünftigen Bezieher des Passes in den Formalitäten zu dessen Beantragung zu unterstützen und sie über das kulturelle Angebot zu informieren bzw. sie zu einer Veranstaltung oder zu einer Ausstellung zu begleiten.

Inhaber des Kulturpasses zum aktiven Engagement in einem Chor oder einer Theatergruppe einzuladen oder Kinder kostenlos zum Musik- und Kunstunterricht zuzulassen, dies sind weitere Ideen, die darauf warten, in die Tat umgesetzt zu werden.Förderung der kulturellen Vielfalt sowie des inter-sozialen und interkulturellen DialogesDer Aspekt der Multikulturalität unseres Landes ist ein geeignetes Terrain für solch eine Herausforderung: eine Hauptstadt, deren Bevölkerung sich aus 156 unterschiedlichen Nationalitäten zusammensetzt, sollte ein « Nährboden » der Kultur sein. Die Mitglieder von „Cultur’all“ möchten der Gesellschaft von heute die Herausforderung näherbringen, die Bevölkerung dazu einzuladen, sich nicht mehr aus Höflichkeit und Vorsicht zu verstecken, sondern auf die anderen zuzugehen und andere, unterschiedliche soziale Milieus zu entdecken. War es nicht schon immer die Berufung von Kunst und Kultur, auf avantgardistische Art und Weise die Ideen der Zukunft auszudrücken ? Geben wir der Kultur eine Stimme !

Der Kulturpass

Der Kulturpass ist ein individueller und persönlicher Pass, der auf Antrag ausgestellt wird und ein Jahr gültig ist.
Er ermöglicht den kostenlosen Eintritt in Museen, die Partner von « Cultur‘all » sind. Der Eintrittspreis zu Veranstaltungen der kulturellen Partner beträgt 1,50 €.

Haben Anrecht auf den Kulturpass alle Menschen, die in Luxemburg leben und die Teuerungszulage beziehen können, international Schutz Suchende sowie abgelehnte Asylbewerber, die geduldet sind. Der Kulturpass wird auf Basis eines Belegs des Einkommens ausgestellt.

Wie bekommt man den Kulturpass ? Indem man einen vom « Fonds National de Solidarité » erhaltenen Antrag ausfüllt oder einen Antrag über einen Sozialpartner stellt und diesen Antrag an Kulturpass, c/o Luxembourg-Ticket, Rond-Point Schuman, L-2525 Luxembourg schickt oder bei einem Sozialpartner abgibt. Der Pass wird dann an die angegebene Adresse geschickt.



Liste der sozialen Partner des Projektes am 30. März 2010: ATD Quart Monde Maison Culturelle, Caritas Accueil et Solidarité, Caritas Fondation, CLAE, Co-labor, Croix-Rouge Luxembourgeoise, Femmes en Détresse Kopplabunz, Jugend- an Drogenhellef, Office Social de la Ville de Luxembourg, Stëmm vun der Strooss.

Liste der kulturellen Partner des Projektes am 30. März 2010 : Abbaye de Neumünster CCRN, Centre des Arts Pluriels CAPE, Cinémathèque de la Ville de Luxembourg, Cube 521 Centre Culturel, Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg, Casino Luxembourg, Conservatoire de Musique Ville de Luxembourg, Festival International Echternach, Kulturfabrik KUFA, Kulturhaus Niederanven, Kulturhuef, Grevenmacher, Luxembourg City Tourist Office LCTO, Mierscher Kulturhaus, Mudam Luxembourg, Musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg, Musée National d’Histoire et d’Art, Musée National d’Histoire Naturelle, Opderschmelz Centre Culturel Régional, Orchestre Philharmonique Luxembourg, Philharmonie Luxembourg, Prabbeli Centre Socio-Culturel Régional, Rockhal Esch Belval, Théâtre des Capucins, Théâtre du Centaure, Théâtre National du Luxembourg TNL, Théâtre Ouvert du Luxembourg TOL, Traffo Carré Rotondes, Trois C-L, Union Saint Pie X, Villa Vauban Musée d’Art Ville de Luxembourg.





Claudine Bechet-Metz, Véronique Gobert und Monika Schmidt

 

Convention Culturelle

CULTUR’ALL
Convention Culturelle


LA PRESENTE CONVENTION EST PASSEE ENTRE

CULTUR’ALL a.s.b.l., 8, rue de la Barrière, L-1215 Luxembourg
représentée par
Mesdames Claudine Bechet-Metz, présidente, et Kristel Pairoux, vice-présidente
Téléphone : 621 43 06 02
e-mail : info@culturall.lu
dénommée ci-après « CULTUR’ALL »

ET

l’UNION SAINT PIE X, 64, rue Charles Martel, L-2134 Luxembourg
représentée par
Monsieur Roby Zenner, président, et Madame Lydie Jung-Jungblut, secrétaire générale
Téléphone : 26 20 18 99
e-mail: saintpie@pt.lu

ELLE A POUR OBJET 

de permettre aux détenteurs du « Kulturpass » (ci-après le « Kulturpass » ou le « Pass ») d’accéder au prix de 1,50 € aux manifestations organisées par l’UNION SAINT PIE X. Ce Pass est remis sur demande du bénéficiaire en échange d’un formulaire attestant sa situation sociale précaire ; ce formulaire est délivré par les organismes sociaux partenaires de CULTUR’ALL.

Article 1er
L’UNION SAINT PIE X s’engage à accueillir les détenteurs du « Kulturpass » sans discrimination et à mettre à leur disposition 12 places dans la salle de musique de chambre et 30 places dans le Grand Auditorium lors de chaque représentation ou manifestation qu’elle organise en son nom à la Philharmonie de Luxembourg. Il sera laissé à l’appréciation de l’Institution culturelle d’augmenter ce nombre de places en fonction de disponibilités éventuelles. Les places réservées pour les bénéficiaires du « Kulturpass » seront disponibles aux points de vente de « Luxembourg Ticket » jusqu’à cinq jours avant la date du spectacle; passé ce délai, les places seront remises en vente au tarif normal. Tout détenteur du « Kulturpass » peut par après tenter d’obtenir une place au tarif préférentiel de 1,50 € à la caisse du soir. Le nombre de ces places vendues au tarif préférentiel le soir du spectacle est illimité en fonction des places disponibles. L’UNION SAINT PIE X s’engage à communiquer à « Luxembourg Ticket » dans le cadre de son partenariat avec CULTUR’ALL l’ensemble des spectacles ou manifestations qu’elle organise ainsi que les spectacles et manifestations organisés en collaboration avec d’autres opérateurs acceptant le principe de la présente convention.

Article 2
L’institution culturelle inclura le logo « Kulturpass » dans la mesure du possible dans la publicité des manifestations ci-dessus.

Article 3
CULTUR’ALL a pour objectif que son public accède aux manifestations et aux expositions suivant les modalités habituelles de réservation, d’accueil et de placement sans charge de travail supplémentaire pour l’UNION SAINT PIE X. Afin d’éviter toute fraude, des contrôles d’identité pourront occasionnellement être effectués aux guichets de caisse.

Article 4
L’institution culturelle s'engage, dans la mesure du possible, à soutenir CULTUR’ALL dans la démarche visant à favoriser l'insertion culturelle des utilisateurs, par exemple par des rencontres avec le personnel artistique, la mise à disposition de dossiers pédagogiques et d’animations.

Article 5
A la fin de l’année civile et après un délai maximum de trente jours, l’institution culturelle communiquera à CULTUR’ALL la proportion en pourcentage de la fréquentation du public « Kulturpass » au regard de la fréquentation générale, en spécifiant dans la mesure du possible ce pourcentage pour chaque spectacle ou manifestation.

Article 6
La présente convention ne peut en aucun cas remplacer les partenariats particuliers signés par l’institution culturelle avec d’autres types de public comme les chômeurs, les seniors ou toute autre association à caractère social. Sur demande, CULTUR’ALL fera parvenir à l'institution culturelle la liste des partenaires sociaux du projet.

Article 7
Sous réserve d’informations communiquées préalablement par le l’UNION SAINT PIE X, CULTUR’ALL s’engage à insérer un lien de son site internet vers le site de l’institution culturelle partenaire.

Article 8
La présente convention prend effet dès sa signature. Elle est conclue pour une durée d’un an et reconduite tacitement d’année en année. Elle peut être modifiée par voie d'avenant d’un commun accord à signer entre parties. Chaque partenaire peut y mettre un terme sur préavis d’un mois par courrier motivé.

Fait à  Luxembourg en double exemplaire, chaque exemplaire étant considéré comme un original
le 6 mai 2010.



L’UNION SAINT PIE X CULTUR’ALL
Roby Zenner, président Claudine Bechet-Metz, présidente



Lydie Jung-Jungblut, secrétaire générale Kristel Pairoux, vice-présidente

Avenant Pass associatif

Un Pass associatif collectif pourra être délivré à l’institution sociale qui le demande. Ce Pass associatif collectif relève des mêmes modalités générales que le Pass individuel, indépendamment du fait que ses bénéficiaires soient ou non détenteurs d’un Pass individuel. Les modalités particulières du Pass collectif seront définies cas par cas et de commun accord entre l’institution culturelle et le partenaire social (nombre maximum de personnes par groupe - accompagnateurs compris, respect des dispositions prévues par les partenaires culturels, prix, heures d’ouverture, réservations …). Le Pass associatif collectif sera présenté à la caisse à chaque manifestation par l’accompagnateur responsable du groupe. L’accueil et l’organisation de visites guidées seront possibles sous réserve que l’institution sociale prendra contact préalablement et endéans un délai raisonnable avec les responsables de l’UNION SAINT PIE X.

 

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